Kryptographie

Die Kryptographie wird gerne mit der Kryptologie verwechselt bzw. gleich gestellt. Dabei sind Kryptographie und Kryptologie zwei unterschiedliche paar Schuhe, die sich wie auch bei Schuhe ähneln, dennoch sich aber unterscheiden. Das Wort Kryptographie leitet sich aus den zwei griechischen Wörtern kryptós, „verborgen“, und gráphein, „schreiben“ ab. Doch was versteht man eigentlich unter der Kryptographie bzw. was verbindet man damit?

Vereinfacht kann man sagen, dass man unter der Kryptographie das verschlüsseln von Daten/Botschaften jeglicher Art versteht. Für diese Verschlüsselung sorgen sogenannte kryptographische Verfahren, bei denen man zwischen den symmetrischen Verschlüsselungsverfahren (z.B. AES, DES, Blowfish) und den asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren (z.B. RSA, Rabin) unterscheidet. Dennoch um die Kryptographie optimal verstehen zu können muss man sich erst einmal mit den Zielen der Kryptographie vertraut machen.

So definiert man folgende vier Ziele mit den Schlagworten: Vertraulichkeit, Integrität, Authentizität und Verbindlichkeit. :

1. Vertraulichkeit: Es soll sichergestellt sein, dass wirklich nur der die Nachricht empfangt und lesen kann für den sie auch bestimmt war.
2. Integrität: Der Empfänger soll feststellen können, ob die Daten oder die Nachricht nach ihrer Erzeugung verändert wurden.
3. Authentizität: Absender oder Urheber von Daten bzw. Nachrichten sollen identifizierbar sein, bzw. der Empfänger soll dies nachprüfen können, wer der Urheber ist.
4. Verbindlichkeit: Der Urheber soll nicht abstreiten können, dass er auch der Urheber der Daten/Nachricht ist.

Zu beachten ist dabei, dass kryptographische Verfahren nicht unbedingt immer alle vier Ziele verfolgen. So hängt es vom Verfahren ab, welches Ziel verfolgt wird, sodass man abschätzen muss welches Verfahren am besten implementiert wird.

Spielt die Kryptographie im heutigen Internet-Zeitalter eine wichtige, fast schon gar nicht weg denkbare Rolle, ist sie dennoch älter wie man glaubt. So wurde sie wohl zum ersten Mal etwa 1900 v. Chr von den Ägyptern angewandt. Hinweise darauf gaben Funde von unüblichen Hieroglyphen. Ob vor 1900 v. Chr. schon Kryptographie eingesetzt wurde kann leider nicht nachgewiesen werden, da die besagten Hieroglyphen das erste dokumentierte Beispiel ist, denkbar wäre es aber.
600 v. Chr. benutzten Hebräische Gelehrte einen einfache Zeichenaustauschalgorithmen mit den Namen: Atbash-Verschlüsselung.
405 v Chr empfängt der griechischen General Lysander einen Diener, der eine verschlüsselte Botschaft auf der Innenseite seines Gürtels mit sich bringt. Lesbar wird diese Botschaft erst, wenn man den Gürtel um einen Holzsstab, eine so genannte Skytale, wickelt.
50–60 v. Chr. entwickelt der römische Feldherr Julius Cäsar, die heute unter dem Namen bekannte: Cäsar-Verschlüsselung.
Im Mittelalter war das verschlüsseln von Briefen Gang und Gebe. So ist das Alphabetum Kaldeorum eine der bekanntesten Geheimschriften des Mittelalters.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die Einführung des Telegrafen neue Überlegungen in der Kryptographie angeregt. Durch das relativ einfach anzapfen bzw. abhören des Telegrafen, war der Wunsch der Verschlüsselung der „Daten“ groß. Letztendlich entstanden dadurch von Auguste Kerckhoffs von Nieuwenhof das Kerckhoffs’ Prinzip.
Während des 2. Weltkrieges stand die Enigma für ein kryptographische Verfahren das unknackbar schien.

Dies stellt lediglich nur einen kleinen Auszug aus der Geschichte der Kryptographie dar. Eine ausführlichere Auflistung findet man hier.